Kommentar der
Richterin - Frau Silvia Weber-Martegani zur
6. Klubschau vom 5. Juni 2011
Als ich vor über einem Jahr die Einladung des Continental Bulldog Clubs erhielt, die diesjährige Clubsiegerschau zu richten freute ich mich sehr. Vielmals sind es die Vorfreuden, die am schönsten sind, hier war es umgekehrt. Bei den Conti-Leuten fühlte ich mich wohl, die Hunde waren einmalig.
Dieser Rasse bringe ich grossen Respekt entgegen, genauso, wie ich es Imelda Angehrn und allen Mitgliedern des Vorstandes entgegenbringe, denn es ist fast unmöglich, eine Rasse in so kurzer Zeit zu erschaffen, eine Rasse mit Zukunft, mit Flair. Einen gesunden Hund, widerstandsfähig, freundlich, fröhlich und doch mit einer gesunden Portion Sturheit. Diese Hunderasse ist eine Rasse für Opportunisten und Optimisten. Dies bestätigte auch wieder die Clubschau, die ich richten durfte. Menschen und Hunde, gleichsam freundlich und nett.
Als Ausstellungsrichter ist man unparteiisch, loyal, der Rasse gegenüber verpflichtet, seines Amtes zu walten. An der CSS des Conti-Clubs war es für mich eine Freude, richten zu dürfen. Die Hunde waren im Wesen absolut einwandfrei. Im Exterieur ausgewogen und vor allem, ohne wesentliche anatomische Fehler. Was nutzt es dem Hundebesitzer, wenn der Hund phantastische Ohren hat, aber eine schlecht gewinkelte Schulter? Er wird mit superschönen Ohren irgendwann Arthrose bekommen. Das Bestreben der Rassegründer geht dahin, einen gesunden Hund zu züchten. Genau das wurde bei dieser Rasse getan und das ist einfach nur lobenswert.
Ich hoffe für diese Rasse, dass dieses Streben und Engagement der Züchter weiterhin erhalten bleibt, denn genau das macht es aus, dass eine Rasse gesund und vital ist.
Die kleinen Fehler, mit denen die Contis zu kämpfen haben sind unbedeutend. Es sind die unterschiedlichen Grössen der Hunde, und die manchmal etwas untypischen Fänge. Trotzdem betone ich nochmals, dass diese Fehler Lappalien sind, gegenüber Fehlern die in anderen Rassen über die Jahre entstanden sind.
Dieser Tag wird mir in sehr schöner Erinnerung bleiben. Das Zusammenspiel Mensch und Hund. Aber auch, wie die Menschen miteinander umgingen. Meine persönliche Meinung: „Macht weiter so, genau so und nicht anders."
Es grüsst Euch recht herzlich
Silvia Weber-Martegani
Betrachtungen zur 5. Klubschau von Herrn Dr. med. vet. Jan Nesvadba
von ausserhalb des Ausstellungsrings
Auch diese Ausstellung, genau wie die vier Vorherigen war wiederum für die weitere Zuchtleitung ein sehr nützliches, erfreuliches und vollständig erfolgreiches Ereignis. Für einen Berichterstatter ist es sicher wenig populär, wenn er sich immer wiederholt,. Es bleibt mir aber nichts anderes übrig, denn auch die diesjährige Klubschau hat in allen Bereichen alle Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern bei weitem übertroffen. Bereits die Einladung zur Klubschau war eindrucksvoll und informativ. Die vollständigen Erklärungen der Ausstellungs-Qualifikationen und Homologation des Titels "Schweizerischer Schönheits-Champion" gehören in das kynologische Dossier jedes Hundebesitzers. Im gleichen Stil ist aber auch der wunderschöne und übersichtliche Ausstellungs-Katalog gestaltet.
Ich bedanke mich für die Gratulationen zu meinem 85. Geburtstag im Katalog. Speziell freut mich an dieser Doppelseite die Nachbarschaft zu Frau Christine Rossier. Vor fast 40 Jahren hat mir Frau Rossier als junges Mädchen an einer Ausstellung in Langenthal einen Schnauzer ihrer Eltern vorgeführt. Ihre ersten Richteranwartschaften zu ihrer inzwischen so umfangreichen und erfolgreichen Richtertätigkeit hat sie bei mir absolviert.
Nach der perfekten Vorbereitung und durch die speditive Leitung durch Frau Agnes Ernst hatte die Ausstellung einen sehr harmonischen und erfolgreichen Ausklang.
Vom züchterischen Standpunkt aus war es ausserordentlich erfreulich, dass alle vorgeführten Contis sich im gleichen, dem Standard vollständig entsprechenden Typ, präsentierten. Dieser einheitliche Eindruck wurde mit der Tatsache betont, dass die überwiegende Mehrheit der Hunde sich in der einheitlichen rot-gelben Farbe und mit schwarzer Maske präsentierten. Züchterisch muss zukünftig die Grösse überwacht werden. Alle ausgestellten Contis waren in der Standard-Grösse, einige jedoch an der oberen Grenze.
Bei meinen Beobachtungen von ausserhalb des Rings konnte ich keine, mehrmals vorkommende, Körpermängel feststellen. Im allgemeinen - nicht nur im Bezug zu den Hunden auf der Ausstellung - muss vermehrt auf einen kompakten Körperbau und auf gute Hinterhand-Winkelung geachtet werden.
Sicher ist es nicht korrekt, mich als Beobachter zu den Charaktereigenschaften zu äusseren. Ich wage es aber trotzdem, denn alle vorgeführten Contis haben sich im besten Licht präsentiert: temperamentvoll, aufmerksam und freundlich. Das ist durchaus positiv zu betrachten, denn mit den guten oder eben auch den schlechten Charaktereigenschaften eines Hundes sind wir täglich 24 Stunden konfrontiert. Gewisse Exterieur-Mängel - solange diese die Gesundheit und das Wohlbefinden des Hundes nicht beeinträchtigen - können akzeptiert werden, allerdings nur für die Klubschau und nicht für die Zucht.
Zum Schluss möchte ich mich nochmals wiederholen: Alle positiven Merkmale, die wir bei der Zucht und Entwicklung des Contis schon erreicht haben, dürfen uns nicht auf den Lorbeeren ausruhen lassen, sondern verpflichten uns dazu, diese zu erhalten und nach Möglichkeit weiter zu verbessern und zu festigen.
Zäziwil, 26 Juni 2010 Dr. Jan Nesvadba,
Zusammenfassung der Eindrücke über die 4. Klubschau vom 14. Juni 2009
von Richter, Herr Dr. med. vet. Jan
Nesvadba, Zäziwil
Die hohe Meldezahl von 70 Hunden ist sehr erfreulich, da es für die weitere Zuchtleistung sehr wichtig ist, wenn durch Vergleiche einer grösseren Anzahl Hunde festgestellt werden kann, was wir an Positivem schon erreicht haben und welche Mängel noch verbleiben. Diese Mängel müssen züchterisch noch beseitigt werden. Dass eine so grosse Schau in der vorgesehenen Zeit durchgeführt werden konnte, ist auch der tadellosen Vorbereitung und Organisation durch Frau Agnes Ernst zu verdanken.
Alle vorgeführten Hunde präsentierten sich in sehr gutem Typ, überwiegend in der richtigen Grösse und mit sehr guter Knochenstärke. Bezüglich der Kopf-Proportionen wurde ebenfalls schon sehr viel erreicht, was das Verhältnis Fang zum Schädel und den verlangten Umfang von Kopf und Schädel anbelangt.
Grosse Vorbisse sowie fehlende Premolaren kamen überraschend selten vor.
Beim Körperbau müssen wir uns noch um eine etwas kürzere Rückenlinie bemühen, die aber bei fast allen vorgeführten Hunden sehr gut geformt war. Überraschend gut waren die richtige Länge und die gute Entwicklung der Rute.
Gute Brustproportionen und richtiger Bodenabstand waren sehr erfreuliche Merkmale bei den meisten der vorgeführten Hunden Auch bei der Stellung, Winkelung und Bewegung in den Beinen wurde bereits viel erreicht.
Bei allen Hunden war eine absolut einwandfreie Behaarung, standardmässige Farben und überaus gute Pigmentation festzustellen.
Das Erfreulichste aber war, dass sich die überwiegende Mehrzahl der Hunde mit besten Charaktereigenschaften, temperamentvoll, menschenfreundlich und aufmerksam präsentierte. Die schönste und eindrucksvollste Erinnerung an diese Ausstellung aber ist die Dog Dancing-Vorführung - nicht nur wegen der charmanten und mit der Arbeit mit der Hündin Pickwick Versa souveränen Aylin sondern auch weil sich überzeugend gezeigt hat, war für eine gute Begabung und Arbeitsbereitschaft der Continental Bulldog hat.
Diese positiven Feststellungen sind für uns alle eine grosse, verantwortungsvolle Verpflichtung, das Erreichte weiter zu festigen und Mängel, obwohl sehr vereinzelt, noch vollständig zu beseitigen.
Zäziwil, 16. Juni 2009 - Dr. Jan Nesvadba
Gesamtbeurteilung über die 3. Klubschau
von der Richterin, Frau Ginette Hufschmid,
Basel

3. KLUBSCHAU DES CONTINENTAL BULLDOG CLUB SCHWEIZ 15.06.2008
Einen gediegeneren Rahmen als das an der Aare gelegene Salzhaus in Wangen a.d. Aare hätte man nicht finden können, um am 15. Juni 2008 die Clubschau durchführen zu können.
Im Vergleich zur Continental Bulldog-Rasse hat das Salzhaus Wangen schon etliche Jahre mehr auf dem Buckel. Es wurde 1775 als staatliches Salzlagerhaus erbaut und vor ca. 30 Jahren zur Mehrzweckhalle umgebaut.
Die Halle wurde mit vielen Conti-Bildern und Blumen ausgeschmückt. Der Aare entlang boten sich viele Spaziermöglichkeiten, den Ausstellern standen genügend Parkplätze zur Verfügung. Für das leibliche Wohl wurde auch bestens gesorgt. Was aber den Erfolg dieser Klubschau ausmachte, war die Anzahl gemeldeter Hunde aus Nah und Fern und insbesondere die Tatsache, dass sämtliche 61 gemeldeten Hunde auch anwesend waren.
Über die Einladung, diese Klubschau richten zu dürfen habe ich mich riesig gefreut. Wenn ich über diesen Tag kurz Bilanz ziehe so ist mir aufgefallen, dass in relativ kurzer Zeit grosse Fortschritte bezüglich Erreichung des gewünschten Zuchtzieles festgestellt werden können. Imponierend ist vor allem auch das Wesen der Hunde. Sie zeigten sich allesamt freudig, freundlich, unbefangen und wie "alte Profis" im Ring.
In den Jugend- wie auch Zwischenklassen ist bereits ein grosses Potential an Hunden vorhanden, welche dem Standard nahezu entsprechen. So ist es nicht verwunderlich, dass bei diesen „Youngsters" häufiger die Höchstnote vergeben werden konnte als bei den Hunden aus den offenen Klassen. Hier sieht man schon deutlich ausgewogenere Gebäude bezüglich Grösse, Schulterschluss, Winkelungen, etc. Die Köpfe waren - mit wenigen Ausnahmen - typvoll. Neigen noch einige Hunde zum Übertyp, so waren aber auch Köpfe mit konisch verlaufender Fangpartie festzustellen, was dem „Bulldog-Typ" widerspricht. Bereits gut gefestigt scheinen mir vor allem die fast immer tiefdunklen Augen mit gutem Ausdruck und eine deutliche Verbesserung des Gebisses mit kräftigen Zähnen und einer mittelbreiten bis breiten, geraden Zahnleiste. Auf eindrückliche Weise haben die Contis gezeigt, dass sie – wenn gut gewinkelt und mit fester Rückenpartie - ohne irgendwelche Probleme ihre Runden laufen können. Bis auf zwei, drei Ausnahmen waren Atemgeräusche und schlurfendes Gangwerk fast „out"!
Jugendbester wurde Don v. Zwölfistei (Pickwick Honey Boy/Pickwick Penny-Lane), ein knochenstarker Rüde mit gutem Kopftyp und schönem Ausdruck.
Ein Höhepunkt, bei dem es manchem kalt und warm den Rücken runterlief, war die Welpenklasse der Hündinnen mit 12 Babies von 3 - 6 Monaten, die sich alle freundlich und unbefangen zeigten.
Bestes Baby wurde Fame v. Zwölfistei (Pickwick Honey Boy/Pickwick Giggle), eine dunkelgestromte Hündin mit aparter Weisszeichnung, die bezüglich Kopf und Gebäude einiges zu hoffen gibt.
Mit einer guten Ringpräsenz, einem typvollen, gut eingeteilten Kopf und vor allem mit einem exzellenten Bewegungsablauf setzte sich der zwar an der oberen Grenze der Risthöhe stehende, aber sehr harmonische Pickwick Unikato (Pickwick Harry Potter/Pickwick Moodie's Miss Marple) in der offenen Klasse vor Pickwick Vinto (Pickwick Tambour/Pickwick It's Idylle) an die Spitze und wurde Klubsieger 2008 sowie best in show.
Klubsiegerin 2008 wurde Pickwick Ysop (Pickwick Volvo/Pickwick Upshine), eine gelbe Hündin von guter Grösse, mit prima Kopftyp, der ich einen besseren Schulterschluss wünschte.
Nebst 3 Paaren in der Paarkonkurrenz wurden noch 4 Zuchtgruppen gezeigt, bei welchen durchwegs ein einheitlicher Familientyp gezeigt werden konnte. In beiden Wettbewerben konnten die Hunde von Pickwick die Ehrenplätze holen.
Bei den Organisatoren dieser sehr gelungenen Ausstellung, allen voran Agnes Ernst, sowie bei meinem hervorragenden Mitarbeiter im Ring, Dr. Ruedi Schläpfer, möchte ich mich nochmals ganz herzlich bedanken.
sig.
Ginette Hufschmid
Impressionen von der 3. Klubschau
Die Ausstellung war unter der sachkundigen Leitung von Frau Agnes Ernst bis in alle Details einwandfrei organisiert und genau so realisiert. Auch die Zahl der 61 gemeldeten Hunde ist sehr erfreulich. Allgemein müsste man sich aber vielleicht Gedanken machen, wie die schweizerischen Besitzer von Continental Bulldogs (CB) noch besser motiviert werden könnten, da von den 45 Ausstellern ein Viertel aus Deutschland und einer aus Österreich anreiste. Wir wissen es natürlich sehr zu schätzen, dass diese ausländischen Aussteller den langen Weg auf sich genommen haben, um ihre CB vorzuführen.
Jede Klubschau ist nicht bloss eine Schönheitskonkurrenz sondern auch ein sehr wichtiger Meilenstein in den weiteren züchterischen Bemühungen. Bei gleichzeitiger Beobachtung einer grossen Zahl von Hunden kann man sich besser ein Bild über das momentane Niveau der Rasse machen.
Bei der überwiegenden Mehrzahl der vorgeführten CB haben wir bereits einen sehr schönen und wünschenswerten Typ erreicht. Dies nicht nur in der Grösse aber auch was sehr gute Knochenstärke und ein gutes Verhältnis der Körpergrösse zur Körperlänge anbelangt. Hingegen müssen wir dem richtigen Bodenabstand in Zukunft noch mehr Aufmerksamkeit schenken. Sehr erfreulich ist, dass fast alle ausgestellten CB gesunde, normal entwickelte Ruten hatten. Überraschend gut waren auch die Köpfe – hier müssen wir hauptsächlich die gute Fanglänge und die anderen Fangproportionen festigen. Sehr gute Qualität hatte auch die Behaarung und alle Farben entsprachen vollständig dem Standard.
Im besten Licht haben sich auch die einwandfreien Charakter-Eigenschaften der CB präsentiert: aufmerksam, temperamentvoll und menschenfreundlich.
Dies alles sind meine Eindrücke als Zuschauer ausserhalb des Rings.
Bei dieser Gelegenheit möchte ich noch auf ein wichtiges, züchterisches Problem aufmerksam machen. Dabei geht es um das korrekte Gebiss. In dieser Richtung haben wir in der relativ kurzen Zeit schön überraschende Erfolge erzielt. Unser Ziel ist und bleibt ein vollständiges, gesundes Gebiss mit kleinem Vorbiss und sehr gut entwickelten und korrekt platzierten Zähnen.
Zum Schluss möchte ich noch einen Wunsch äussern: Nur weiter so und noch mit grösseren und schnelleren Schritten.
sig.
Dr. Jan Nesvadba
GEDANKEN ZUR
2. KLUBSCHAU
des Richters Herrn Friedrich
Schweizer, Adliswil
Liebe Continental Bulldog Freunde
Am Sonntag, 3. Juni 2007 konnte in Schöftland / AG die zweite Klubschau, des Continental Bulldog Club Schweiz durchgeführt werden.
Auch wenn etwas spät, trotzdem noch ein paar Worte zur 2ten Klubschau in Schöftland.
Man bemerkte nach dem Eintreffen bald einmal, dass die Ausstellungsverantwortlichen beste Fronarbeit geleistet hatten. Bereits bei der Eröffnung durch den Präsidenten Herr Wymann, mussten die Anwesenden feststellen, dass von der Nachbarschaft extremer Lärm herüber kam. Niemand hatte im voraus das Wissen über den Auto-Tuning-Event, welcher etwa gleichzeitig mit unserer Klubschau begann. Jedoch unsere Bulldog störte dieser schrecklicher Lärm nicht sonderlich. Für meinen Ringsekretär Herr Dr. Schläpfer, sowie Frau Ernst war eine Verständigung zeitweise fast unmöglich.
Die Meldezahl von 48 Hunden fand ich für einen kleinen Klub ausgezeichnet. Zudem wurden drei Zuchtgruppen präsentiert die sich zeigen durften. Eine grosse Anzahl Hunde wurden mir vorgestellt welche bereits in hohem Grade dem Zuchtziel nahekommen. Wie ich feststellte zeigt sich die angestrebte mittlere Grösse der Hunde bereits bei vielen Exemplaren. Das freie Atmen ohne wesentliche Einschränkung (bedingt durch das Gaumensegel) hat sich gewaltig verbessert. Eine verbesserte sehr gute Beweglichkeit zeigte sich bei vielen Hunden. Dass die Rasse noch eine gewisse Streuung zeigt ist normal und bleibt unbestritten. Eines sollte aber sicher sein, es muss immer ein Bulldog sein. Es gibt keine Rasse wo das Endziel erreicht ist, auch wenn sie noch so alt ist. Was nicht vergessen werden darf ist die enorme Arbeit die Frau Imelda Angehrn sich bis heute in jeder Beziehung aufgebürdet hat mit dieser neuen Rasse.
Wie ich feststellen konnte hatten einige Aussteller etwas Mühe ihren Vierbeiner im Ring zu präsentieren. Vielleicht sollten diese Aussteller sich am nächsten Ringtraining, das vom Klub angeboten wird, beteiligen. Ein sehr gut präsentierter Hund macht allen viel Freude, dem Halter dem Richter und auch den Zuschauern.
An dieser Stelle möchte ich es nicht unterlassen mich bei allen zu bedanken die an der Klubschau teilgenommen oder mitgearbeitet haben, den es braucht bekanntlich beide Seiten.
IMPRESSIONEN VON DER
1. KLUBSCHAU
von Herrn Dr. h.c. Hans Räber
beratendes Mitglied der Zuchtkommission
Erste Eindrücke:
Die Ruhe in der Halle. Das sonst
anlässlich von Hundeausstellungen übliche Gebell fehlte fast völlig, Nur ab und
zu gab ein Hund seinen Unmut über die Warterei lauthals kund. Alle
Hunde waren äusserst freundlich und umgänglich, liessen sich ohne weiteres
berühren, ich sah weder einen ängstlichen noch einen aggressiven Hund und
Rempeleien unter den Rüden gab es nicht. Das Zuchtziel „sozial verträglicher
Hund“ ist beim Continental Bulldog ohne Zweifel erreicht.
Es war ein heisser Sommertag. Um 15.00h zeigte das Thermometer im Freien 29,5 Grad Celsius, in der Halle war es sicher noch um 2 bis 3 Grad wärmer; dennoch sah ich, bis auf drei Ausnahmen, keinen Hund, der unter Atemnot litt. Im Gegenteil, sie liefen problemlos, ohne zu keuchen, munter ihre Runden im Richterring. Die drei Ausnahmen waren Hunde von ausgesprochenem English Bulldog-Typ, die denn auch, wenn ich mich nicht irre, vom Richter als atypisch, nicht dem Standard entsprechend, ohne Bewertung aus dem Ring entlassen wurden.
Das Ziel, Hunde ohne gravierende Atemprobleme zu züchten, ist beim Continental Bulldog weitgehend erreicht worden. Aufgefallen ist mir zudem, wie flüssig die Hunde im Trab liefen. Mit wenigen Ausnahmen zeigten sie einen guten Schub der Hinterhand, geräuschvolles Schlurfen, ein Merkmal der English Bulldogs, gab es nicht. Auch in dieser Beziehung wurde viel im Hinblick „gesunder, bewegungsfreudiger Hund“ erreicht.
Dass bei einer sich im Aufbau befindliche Rasse noch kein einheitliches Rassebild vorhanden sein kann, ist verständlich. Von Rassen, deren Entstehung genau dokumentiert ist (Eurasier, Kromfohrländer, Saarloos und Slowakischer Wolfhund, Kanaan Dog u.a.m.) wissen wir, dass es rund zehn Generationen strengster Zuchtauslese bedarf, bis ein einheitlicher Phänotyp vorhanden ist. Dabei war es beim Eurasier relativ leicht, aus Chow Chow und Wolfspitz, oder bei den Wolfshunden aus Wolf und Dt. Schäferhund, einen einheitlichen Typ zu erzüchten; beim Kromfohrländer ist er heute noch nicht vorhanden. Hier geht man den Weg des geringsten Widerstandes und anerkennt verschiedene Varietäten.
Das Problem beim Continental Bulldog kann mit den Problemen des Kanaan Dogs verglichen werden. Auch da mussten die ersten Züchter, die Dres. Menzel, aus verschiedenen Hunden zumeist unbekannter Abstammung diejenigen aussuchen, die ihren Vorstellungen über die neue Rasse am besten entsprachen.
So ist es kaum verwunderlich und auch nicht anders zu erwarten, dass recht verschiedene Typen zur Klubschau erschienen. Die Hunde, die dem Standard in hohem Masse entsprachen, waren vorläufig noch in der Minderheit. Doch dies wird sich von Generation zu Generation ändern und war übrigens bereits festzustellen. Die Hunde in den Junghundeklassen waren einheitlicher als die Hunde in den offenen Klassen.
Die nun folgenden Bemerkungen sollen keineswegs dem Bericht des Richters vorgreifen, ganz abgesehen davon, dass ausserhalb des Richterrings vieles nicht beachtet werden kann, was das Richterurteil massgeblich beeinflusst.
Beim Grossteil der vorgeführten Hunde vermisste ich noch die angestrebten Körperproportionen (Widerrist: Körperlänge = 1:1,2). Die Hunde sind noch etwas zu lang und haben deshalb z.T. einen mehr oder weniger ausgeprägten Senkrücken. Nicht durchwegs erreicht ist ebenfalls das Verhältnis Widerrist: Brusttiefe = 2:1, d.h. bei vielen ist der Bodenabstand noch zu gering. Diese Proportionen prägen wesentlich das Erscheinungsbild des Hundes und müssen weiterhin angestrebt werden.
Viele Hunde, und darunter befinden sich gerade die besten, sind an der obersten Grössengrenze. Wir wollen keinen „Kleinboxer“ sondern einen höchstens mittelgrossen Bulldog; die ideale Grösse liegt bei 42 bis 44 cm.
Die meisten Hunde hatten eine gerade Rute, Knickruten oder gar Korkenzieherruten waren selten. Wer meint, die Rutenform sei ein nebensächliches Detail vergisst, dass die Rute Teil der Wirbelsäule ist. Eine Krüppelrute steht in der Regel nicht für sich allein da, sondern korreliert mit mehr oder weniger gravierenden Deformationen der Wirbel im Bereich der Lendenwirbelsäule. Die deformierten Ruten müssen deshalb endgültig verschwinden.
Etliche Hunde zeigten eine steile Hinterhand, bei ihnen liegt die Kruppe höher als der Widerrist, und das stört das Gesamtbild des Hundes empfindlich.
Der „birnenförmige Rumpf“ d.h. die schmale Beckenpartie – übrigens eine Mitursache der Geburtsschwierigkeiten – ist beim Continental Bulldog glücklicherweise praktisch verschwunden, hingegen fehlt bei einigen noch der feste Schulterschluss und die gut am Brustkorb anliegenden Ellbogen; dagegen waren fesselweiche Vorderläufe und ausgedrehte Pfoten nur bei wenigen Hunden zu bemängeln.
Erfreulich viele Hunde zeigten einen genügend langen, kräftigen Hals und eine gut gewölbte Nackenlinie und wenig Wamme; auch in dieser Hinsicht ist ein Fortschritt zu verzeichnen.
Was die Köpfe betrifft, kann ich mir kein Urteil erlauben, denn Kopfumfang, Gebiss, Hautfalten und Augen lassen sich ausserhalb des Richterrings kaum beurteilen. Hier muss ich das Urteil dem Richter überlassen. Ich kann höchstens sagen, dass für meinen Geschmack noch zu viele Hunde einen zu krassen Stop haben, was mit eine Ursache für Atemprobleme sein kann und zudem einen zu starken Vorbiss zur Folge hat.
Hier stellt sich den Züchtern noch ein nicht leicht zu lösendes Problem. Wir möchten Hunde mit einem knappen Vorbiss unter Beibehaltung der typischen breiten Schnauzenpartie. Nun ist es leider so, dass die Länge des Oberkiefers und die Länge des Unterkiefers von verschiedenen, von einander unabhängigen genetischen Faktoren gesteuert werden, d.h., ein verkürzter Oberkiefer bedingt nicht einen entsprechend verkürzten Unterkiefer. Der Begriff Vorbiss sagt deutlich, dass der Hund mit den Schneidezähnen noch beissen kann, aber bei einem Abstand von mehr als 2 mm zwischen der oberen und der unteren Schneidezahnreihe ist dies nicht mehr möglich. Ein „Vorbiss“ von 30 mm ist kein Vorbiss mehr, sondern eine Deformation des Schädelskelets. Das Ziel ist: ein gut markierter Stop aber ohne zu tiefe Einbuchtungen und ein gerades Nasenbein, das keineswegs zu kurz sein darf.
Zum Schluss:
Die Klubschau war eine
eindrückliche Heerschau einer im Aufbau befindlichen Rasse und eines noch jungen
Klubs. Imelda Angehrn hat mit dem Continental Bulldog ein Kapitel kynologische
Geschichte geschrieben, die, davon bin ich überzeugt, Bestand haben wird und ich
hoffe, dass die FCI in Bälde den Continental Bulldog in ihre Nomenklatur
aufnehmen wird.
sig. Dr. h.c. Hans Räber
SCHLUSSFOLGERUNGEN
des Richters, Dr. med.vet. Jan
Nesvadba
Dieses Jahr sind es 50 Jahre, dass ich als Richter tätig bin. Ich habe während dieser Zeit auf unzähligen Hunde-Ausstellungen nicht nur in ganz Europa aber auch in Australien gerichtet. Nur sehr selten habe ich eine Ausstellung erlebt, die in allen Belangen so präzise und einwandfrei vorbereitet und organisiert war, wie die erste Klubschau des Continental Bulldog Club Schweiz. Unter diesen Bedingungen war das Richten der vorgeführten Hunde sehr angenehm, wozu aber auch das korrekte Verhalten der Aussteller beitrug.
Weniger zufrieden war ich jedoch mit der Vorführung mancher Hunde, was natürlich der Ausstellungs-Unerfahrenheit der Besitzer aber auch der Hunde zuzurechnen ist. Diese Situation durch geeignete Instruktionen und Ringtrainings zu verbessern, betrachte ich als dringende Aufgabe des Klubs wobei natürlich die aktive Teilnahme durch die Hundebesitzer Voraussetzung ist.
60 gemeldete und 56 vorgeführte Continental Bulldogs waren für diese neu entstehende Rasse sehr repräsentativ. Die Bilanz der Qualität der ausgestellten Hunde ist ausserordentlich erfreulich. Sehr positiv ist besonders die Tatsache, dass die jüngeren Kategorien sich bedeutend besser präsentiert haben als die älteren. Von den 15 in den Welpen- und Jüngstenklassen vorgeführten Hunden konnte ich 11 mit der Höchstnote „vielversprechend" bewerten und den übrigen 4 „versprechend" erteilen, was bedeutet, dass auch diese vier dem Standard weitgehend entsprechen. Hier zeigt sich eindeutig, dass die strenge Selektion der Elternpaarungen auf Grund des Typisations-Codes erfolgreich ist.
Von den 41 Continental Bulldogs der älteren Klassen konnte ich 6 mit „vorzüglich" und 25 mit „sehr gut" und 10 mit „gut" bewerten. Dies bedeutet, dass sämtliche Hunde dem Standard in genügendem Masse entsprochen haben, was als Erfolg zu betrachten ist. Die mit „gut" beurteilten Hunde mussten den Ring nur verlassen, weil sie für die Platzierung nicht in Frage kamen, sie sind aber zweifellos auch genügend wertvoll.
Eine manchmal unterschiedliche Bewertung eines bestimmten Hundes durch den gleichen Richter ist vor allem auf die Tagesform dieses Hundes zurückzuführen. Ausserdem muss ich unterstreichen, dass zwischen „vorzüglich" und „sehr gut" ein minimaler Unterschied besteht. Es ist jedoch Pflicht des Richters auch auf kleinere Fehler hinzuweisen. Gerade beim Aufbau einer neuen Rasse muss die Kumulierung von Fehlern vermieden werden und dies ist nur möglich, wenn genaue Informationen über einen Hund vorhanden sind.
Es wäre falsch nur die bisherigen Erfolge zu erwähnen weil in der Weiter-Entwicklung der Zucht uns in der Befestigung des Typs noch sehr viele verantwortungsvolle Aufgaben bevorstehen punkto Grösse, Bodenabstand, gute Stellung und Winkelung sowie der Kopfform und besonders eines einwandfreien Gebisses. Sehr zufrieden sein dürfen wir aber besonders mit dem Charakter. Ausnahmslos waren sämtliche vorgeführten Continental Bulldogs, obzwar von unterschiedlichem Temperament sehr freundlich und wesensfest.
Es hat mir Freude gemacht und ich fühle mich geehrt, dass im Ausstellungs-Katalog bei der Erwähnung meines kynologischen Lebenslaufes am Schluss von „meinen" Continental Bulldogs gesprochen wurde. Diese Aussage möchte ich aber kategorisch korrigieren, da sich an der Entstehung dieser Rasse auch andere namhafte Kynologen beteiligt haben. Allen voran natürlich die Initiatorin dieses Projektes, Imelda Angehrn, und Herr Dr. h.c. Hans Räber.
Es ist schön, dass es heute die neue Schweizer-Rasse „Continental Bulldog" gibt und wir alle müssen uns bemühen an der Weiterentwicklung mitzuarbeiten, jeder im Rahmen seiner Möglichkeiten. In diesem Zusammenhang möchte ich gewisse Überlegungen anbringen zu der scheinbar noch vielerorts immer vorherrschenden Skepsis ob es überhaupt notwendig und zweckmässig ist, eine neue Rasse zu kreieren wenn es schon so viele verschiedene Hunderassen gibt.
Meiner Meinung nach ist es nicht nur notwendig sondern sogar eine gewisse Verpflichtung unsererseits sowie kommender kynologischer Generationen. Die Knyologie ist keine abgeschlossene sondern eine sehr lebendige Angelegenheit, die sich dauernd weiterentwickeln muss.
So wie wir heute den Continental Bulldog kreieren sind z.B. im 19. Jh. der Dobermann und der Leonberger entstanden, in der ersten Hälfte des 20. Jh. der Jagd-Terrier und in der zweiten Hälfte der Tschechische Terrier, der Tschechoslowakische Wolfshund, der Kromfohrländer und der Eurasier. Bei der Entstehung der vier letztgenannten Rassen war ich persönlich von Anfang an beteiligt und habe jeweils die genau gleiche Skepsis erfahren. Heute sind sie alle im FCI-Raum anerkannte und sehr beliebte Rassen.
Die Berechtigung, den Continental Bulldog zu
entwickeln ist bereits in der Tatsache begründet, dass gegenwärtig keine
mittelgrosse, pflegeleichte und gesunde bulldog-artige Rasse besteht, die die
besten Voraussetzungen für einen idealen Familien- und leistungsfähigen
Sport-Hund hat.